October 25, 2019

Die Oberbürgermeister-KandidatInnen bei ErnHa

Der Gründungskreis hatte eingeladen um mit den Kandidat*Innen über die Ernährungspolitik der Stadt Hannover zu sprechen.

Am Dienstag, den 01.10.2019 haben sich Iyabo Kaczmarek, Belit Onay und Eckhard Scholz die Kochschürzen umgebunden und gemeinsam mit dem Gründungskreis des in Gründung befindlichen Ernährungsrates ein regionales Menü gezaubert.

Besonders im Moment, wo wir über drängende Klimaschutzfragen sprechen, wird auch wieder mehr über einen der größten Verursacher dieser Entwicklung geredet: die Ernährung und das Ernährungssystem sowie die industrielle Landwirtschaft.Bereits 2017 wurde in Hannover ein umfassendes Agrikultur-Programm vom Rat der Stadt beschlossen. Grund genug den KandidatInnen auf den Zahn zu fühlen was sie für eine faire, regionale und soziale Ernährungspolitik bereit sind zu tun und ob sie auch die entsprechenden finanziellen Mittel dafür bereitstellen würden.

Im Gespräch beim anschließenden gemeinsamen Essen wurde deutlich, dass auch für Iyabo Kaczmarek, Eckhard Scholz und Belit Onay das Thema Ernährung in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat. Über die Relevanz des Themas bestand schnell Einigkeit. Iyabo Kaczmarek sieht in der Ernährung ein Kernthema unserer Zeit und sprach der Arbeit eines Ernährungsrates eine hohe Relevanz zu. Wichtig sei dabei eine stabile Förderung - nicht nur projektbezogen - um gemeinsam mit der Stadt Hannnover die definierten Handlungsfelder des Agrikulturprogrammes in die Hand zu nehmen und umzusetzen. Auch Eckhard Scholz und Belit Onay halten die Umsetzung des Programmes für wichtig, "damit sei dann schon sehr viel erreicht", so Onay.

Einigkeit bestand auch darüber, dass es veränderte Strukturen braucht damit sich eine Stadt wie Hannover mit mehr regionalen Lebensmitteln versorgen kann und dass es dafür eine gute Kooperation zwischen Hannover und der Region geben muss.

Eckhard Scholz sagte, dass es darum ginge, die Landwirte in Stadt und Region so zu stärken, dass sie im Wettbewerb bestehen können. Belit Onay machte hier auf die Handlungsspielräume der Kommune als VerbraucherIn aufmerksam sowohl Abnahmemöglichkeiten zu schaffen z. B. in ihren eigenen Kantinen, als  auch Einfluss auf die Bedingungen der Herstellung auszuüben.


Belit Onay betonte die Bedeutung, die Ernährung insbesondere auch für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen hat.

"Schon kleine Kinder müssen den Bezug zu den Lebensmitteln lernen und das Thema muss wieder mehr in die Schulen gebracht werden".

Eckhard Scholz, der in einem kleine Dorf aufwuchs wo die Familie auch selber Gemüse im Garten anpflanzte wunderte sich

"früher war saisonal und regional selbstverständlich, es ist merkwürdig dass wir das heute wieder diskutieren müssen".

Iyabo Kaczmarek betonte, dass es wichtig sei, das Thema bewusste Ernährung zu stärken und es auch im Stadtraum erlebbar zu machen.

Abschließend fragte der Ernährungsrat die drei KandidatInnen:„Wie bekommen Sie im Fall ihrer Wahl mehr Menschen in Hannover dazu, sich nicht mehr von Fertigprodukten „aus der Tüte" zu ernähren?"

Die OB-AnwärterInnen waren sich grundsätzlich einig, dass es ein komplexes Vorhaben ist, bei dem vor allem viel auf Bildung zu setzen sei. Iyabo Kaczmarek findet es wesentlich, Gemeinschaften zu stärken und Unterschiede abzubauen, damit Menschen den Zugang zu gutem und regional produziertem Essen finden. Belit Onay betonte die Bedeutung von Kindereinrichtungen dabei, sowohl die neue Generation besser zu versorgen, als auch deren Eltern dabei mit zu ziehen. Und Eckhard Scholz sieht die Chance, an bestehenden Strukturen wie den Wochenmärkten, aber auch den Kleingärtnern anzuknüpfen: Kleingärten sollen erhalten bleiben, und wieder mehr für den Anbau und die Ernährung stehen

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