
In Niedersachsen sind 1,3 Millionen Menschen armutsgefährdet – eine Realität, die weitreichende Folgen hat, insbesondere für die Ernährung. Armut erschwert es erheblich, sich gesundheitsfördernd zu ernähren, und beeinflusst sowohl die materielle Verfügbarkeit von Lebensmitteln als auch die soziale Teilhabe am gesellschaftlichen Leben rund ums Essen. Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat am 11. Dezember 2025 ein wichtiges Zeichen gesetzt: die Veröffentlichung des Fokusheftes Ernährungsarmut.
Das Fokusheft Ernährungsarmut: Ein wichtiger Schritt
Dieses Fokusheft ist eine Weiterentwicklung von Niedersachsens Ernährungsstrategie und bündelt 13 konkrete Handlungsempfehlungen, um Ernährungsarmut effektiv zu begegnen. Es beleuchtet sowohl die materielle als auch die soziale Dimension von Ernährungsarmut und macht deutlich, dass eine gesunde Ernährung nicht vom Einkommen abhängen darf. Studien zeigen, dass über die Hälfte der armutsgefährdeten Haushalte in ihrer Lebensmittelauswahl eingeschränkt ist und ein Viertel sich nicht jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit leisten kann. Zudem leiden viele unter sozialer Ausgrenzung, da sie sich schämen oder versuchen, ihre Ernährungssituation zu verbergen.
Die 13 Handlungsempfehlungen: Ein Überblick
Die im Fokusheft präsentierten 13 Handlungsempfehlungen bieten einen umfassenden Ansatz zur Bekämpfung der Ernährungsarmut. Sie reichen von der Stärkung der Ernährung in den ersten tausend Lebenstagen über die Einführung einer beitragsfreien und qualitativ hochwertigen Kita- und Schulverpflegung bis hin zur Ausweitung der finanziellen Unterstützung für Studierende. Weitere Schwerpunkte sind die Förderung sozialer Teilhabe, die Unterstützung von Akteur*innen der Lebensmittelweitergabe, die Bereitstellung von kostenfreiem Leitungswasser im öffentlichen Raum sowie der Ausbau von Beratungs- und Informationsangeboten. Das Heft betont zudem die Notwendigkeit, Forschungsergebnisse zu nutzen und zu erweitern, die Kosten einer gesundheitsfördernden Ernährung in staatlichen Grundsicherungsleistungen adäquat zu berücksichtigen und eine interministerielle Arbeitsgruppe auf Landesebene einzurichten.
Bleiben Sie informiert!
Die Ernährungsräte waren über das Netzwerk der Ernährungsräte Niedersachsens an der Entstehung des Heftes beteiligt. Auch in Zukunft wollen wir unsere Rolle dabei spielen, die Ernährungsstrategie in Hannover und Region umzusetzen und für ein zukunftsfähiges Ernährungssystem zu sorgen.