Förderin: Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung
Projekt: 2023-2024

Das Projekt „Ernährungswende in Kantinen“ hat das Ziel, die Gemeinschaftsverpflegung in der Region Hannover nachhaltig umzugestalten. Im Mittelpunkt stehen sogenannte Leuchtturmprojekte an Schulen, die als Vorbilder für eine gesunde, regionale und umweltschonende Ernährung dienen. Die ausgewählten Standorte – in Laatzen, Wedemark und Bennigsen – spiegeln jeweils unterschiedliche Herausforderungen wider, für die praxisnahe Lösungen entwickelt werden. Langfristig sollen unter anderem höhere Teilnahmeraten am Mittagessen, die Umstellung auf frisch zubereitete Speisen sowie die Reduzierung von Lebensmittelabfällen erreicht werden.
Durch enge Zusammenarbeit zwischen Schulleitungen, Lehrkräften, Verwaltung, Politik und Caterern sollen Konzepte erarbeitet werden, die sowohl die Ernährungsqualität als auch die Akzeptanz der Schulverpflegung nachhaltig steigern. Das Projekt beinhaltet außerdem regelmäßige runde Tische, öffentliche Kommunikation und Veranstaltungen, um alle Akteure für klimafreundliche, faire Kantinenverpflegung zu sensibilisieren. Diese Leuchttürme sollen die Ernährungswende in der Region Hannover anstoßen und als Vorbilder für andere Einrichtungen dienen.
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Förderin: Landeshauptstadt Hannover, Umweltdezernat, Fachbereich Umwelt und Stadtgrün.
Projekt: 2023/2024

Seit 2020 ist der Ernährungsrat involviert in die Durchführung der „RegioChallenge“ unter dem Motto „Iss, was um die Ecke wächst!“.
Das RegioChallenge-Team besteht außerdem aus:
- den Mitarbeitenden des Fachbereichs „Umwelt und Stadtgrün“ des Umwelt- und Wirtschaftsdezernats der LHH
- den Mitarbeiternden des Teams „regionale Naherholung“ des Umwelt- und Wirtschaftsdezernats der Region Hannover
Die „RegioChallenge“ ist ein Veranstaltungsformat, während dessen Verbraucherinnen und Verbraucher aufgerufen werden, den gesamten September hindurch ihre Mahlzeiten aus möglichst vielen regionalen Zutaten zusammenzustellen. Dabei wird die Vielfalt von heimischen Lebensmitteln ins Bewusstsein gerückt; Erzeugerhöfe öffnen ihre Pforten und bieten ein buntes Veranstaltungsprogramm an. Auch über Social Media erfolgen Informationskampagnen, werden regionale Rezepte über ein eBook angeboten und Höfe bekannt gemacht.
Kernaspekte der Öffentlichkeitsarbeit in 2023 und 2024 waren:
- Werbekampagne in Gastronomiebetrieben über Bierdeckel
- Werbung, Organisation und Durchführung von Veranstaltungen
- Erstellung von eBooks mit regionalen Rezepten
- SocialMedia Beiträge und Kooperation mit Influencerinnen, um regionale Erzeugerbetriebe und Einkaufskanäle bei einem breiten Publikum bekannter zu machen
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Förderin: Landeshauptstadt Hannover, Fachbereich Umwelt und Stadtgrün
Projekt: 2023-2024

Das Förderprojekt „Reduktion von Lebensmittelabfällen“ hat zum Ziel,Nahrungsmittelabfälle in der Region Hannover nachhaltig zu verringern. Durch die gezielte Vernetzung von Kantinen, Großküchen und lokalen Initiativen möchte der Ernährungsrat Bewusstsein schaffen und konkrete Einsparpotenziale in der Außer-Haus-Verpflegung aufzeigen. Wichtige Maßnahmen umfassen den Austausch von Best Practices, die Förderung von „FreeFlow“-Systemen in Kantinen sowie die Vernetzung von Akteuren im Bereich Lebensmittelrettung.
Workshops und öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen sollen zudem die breite Bevölkerung sensibilisieren und zu einem bewussteren Umgang mit Lebensmitteln anregen. So trägt das Projekt zur Schonung wertvoller Ressourcen bei und unterstützt eine gerechtere Verteilung von Nahrungsmitteln.
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Förderin: Bingo Umweltstiftung
Projekt: 2024

Am 23. August 2024 veranstaltete der Ernährungsrat Hannover und Region den Aktionstag „Hannover restlos“ auf dem Weißekreuzplatz. Ziel war es, auf die Problematik der Lebensmittelverschwendung aufmerksam zu machen und Lösungen praxisnah zu präsentieren. Rund 300 Besucher nahmen an den vielfältigen Angeboten teil, darunter Mitmachaktionen, Workshops und ein „Retterschmaus“-Abendessen aus geretteten Lebensmitteln. Ein Highlight war der Poetry Slam von Tobias Kunze, der die Gäste zum Nachdenken anregte.
Die Veranstaltung ermöglichte die Vernetzung von Akteuren aus dem Bereich der Lebensmittelrettung und initiierte neue Kooperationen. Rund 50 Ehrenamtliche halfen bei der Umsetzung. Mediale Begleitung durch H1 und das Üstra-Fahrgastfernsehen erhöhte die Reichweite der Aktion.
Der Erfolg des Aktionstages zeigt das Potenzial Hannovers, sich stärker für Ressourcenschonung einzusetzen. Aufbauend auf diesem Impuls vertieft der Ernährungsrat die Kooperationen und plant weitere Projekte zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung.
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Förderin: Region Hannover
Projekt: 2022-2024

Im Mittelpunkt des Förderprojekts „Regionalisierung des Ernährungssystems“ stand die Frage, wie regionale Erzeugung, Verarbeitung und Nachfrage stärker miteinander verknüpft werden können und welche Rolle Netzwerke, Kooperationen und gemeinschaftliche Formate für die Entwicklung eines regionalen Ernährungssystems spielen.
Ein besonderer Fokus lag darauf, mehr Lebensmittel aus der Region in die Gemeinschaftsverpflegung – insbesondere in Schulmensen und Kantinen – zu bringen. Der Ernährungsrat übernahm dabei eine moderierende Rolle und vernetzte landwirtschaftliche Betriebe, Verarbeiter, Großküchen, Schulen sowie Vertreter*innen aus Verwaltung und Politik. Ziel war es, Angebot und Nachfrage enger miteinander zu verbinden und tragfähige Strukturen für eine regional ausgerichtete Gemeinschaftsverpflegung zu entwickeln.
Neben Netzwerk- und Konzeptarbeit organisierte der Ernährungsrat verschiedene Formate für Vernetzung und Wissenstransfer, führte Arbeitskreise und verband bestehende Initiativen miteinander. Ein besonderer Schwerpunkt des letzten Projektjahres war die Initiierung des Bündnisses B.FRESH! – Bündnis für Faire und Regionale Ernährung an Schulen in Hannover und Region, das Akteur*innen aus Schule, Landwirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft zusammenbrachte, um langfristig bessere Rahmenbedingungen für eine regional ausgerichtete Schulverpflegung zu schaffen.
Die Diskussion um Schulverpflegung stand dabei auch im größeren politischen Kontex, fiel sie doch zeitlich mit den Empfehlungen des ersten Bürgerrats Ernährung an den Deutschen Bundestag. Im Zentrum steht dabei die Idee eines „Mittagessens für alle“ in Schulen und Kitas – als Beitrag zu Bildungsgerechtigkeit, Gesundheit und sozialer Teilhabe. In einem Interview erläutert Peter Wogenstein, Gründungsmitglied des Ernährungsrates Hannover und Region und Sprecher des Netzwerks der Ernährungsräte Niedersachsen, wie eng Fragen der Schulverpflegung mit den Zielen des Projektes verknüpft sind: Eine gute, gesunde und möglichst regionale Verpflegung kann nur dann dauerhaft gelingen, wenn Ernährung als Teil von Bildung, öffentlicher Infrastruktur und regionaler Wertschöpfung verstanden wird.
Das Projekt trug dazu bei, regionale Akteur*innen stärker zu vernetzen, Perspektiven zwischen Erzeugung und Gemeinschaftsverpflegung sichtbar zu machen und Grundlagen für zukünftige Kooperationen zu schaffen. Die dabei entstandenen Kontakte, Erfahrungen und Arbeitsstrukturen bilden eine wichtige Basis für weitere Initiativen zur Transformation des Ernährungssystems in der Region Hannover.