Regio.Wert: Regionale Wertschöpfung gemeinsam gestalten – ja, es geht

Regio.Wert: Regionale Wertschöpfung gemeinsam gestalten – ja, es geht

Wie können Kommunen ihre Gestaltungsmacht nutzen, um regionale Landwirtschaft zu stärken, Wertschöpfung in der Region zu halten, Treibhausgasemissionen im Ernährungssystem zu senken und dabei soziale Teilhabe zu fördern?

Diese Leitfragen standen im Mittelpunkt der Veranstaltung „Regio.Wert – Die Zukunft isst regional!“, bei der Akteur*innen aus Politik, Verwaltung, Landwirtschaft, Schulen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in der Region Hannover zusammenkamen.

Kommunale Nachfrage als strategischer Hebel

Ein zentrales gemeinsames Verständnis des Tages:

Kommunen sind nicht nur Regelsetzer, sondern auch relevante Marktakteure. Dort, wo täglich viele Mahlzeiten zubereitet und ausgegeben werden, entsteht ein starker Hebel, um regionale Produktions- und Verarbeitungsstrukturen aufzubauen und langfristig abzusichern.

Die Diskussion machte deutlich: Wenn Erzeugung, Verarbeitung und kommunale Nachfrage strategisch zusammengedacht werden, entstehen stabile Absatzmärkte, Planungssicherheit für Betriebe und neue regionale Wertschöpfungsketten.

Praxis zeigt: unterschiedliche Wege, gemeinsame Richtung

Besonders wertvoll waren die Praxisimpulse aus anderen Regionen, die gezeigt haben, dass kommunale und regionale Ansätze bereits erfolgreich umgesetzt werden:

  • Steffen Bockhahn (Hanse- und Universitätsstadt Rostock) berichtete über den Aufbau einer kommunalen Schulverpflegungsgesellschaft und die politischen Weichenstellungen dahinter.
  • Kai Goslar (Lecker³ – Dinners för Kinners, Hamburg) zeigte, wie Großküchen als Integrationsunternehmenwirtschaftlich tragfähig arbeiten und zugleich soziale Wirkung entfalten können.
  • Vertreter*innen aus dem Landvolk Niedersachsen ordneten ein, welche Rahmenbedingungen Landwirtschaft braucht, um sich langfristig auf regionale Absatzmärkte einzustellen.
  • Das Modellprojekt aus der Region Oldenburg (gefördert vom Bund) machte deutlich, wie regionale Wertschöpfungsketten zwischen Landwirtschaft und Gemeinschaftsverpflegung systematisch aufgebaut werden können.

Die Beispiele sind unterschiedlich – aber sie zeigen in dieselbe Richtung:

Regionale Wertschöpfung ist kein theoretisches Konzept, sondern gelebte Praxis.

Schrittweise statt perfekt

Einigkeit bestand darin, dass es keine sofortige Komplettlösung braucht. Entscheidend ist ein schrittweiser, lernender Aufbau: mit Pilotprojekten, klaren politischen Leitplanken und einer frühen Einbindung aller Beteiligten.

Gemeinsames Fazit

Die Veranstaltung hat kein fertiges Modell beschlossen.

Aber sie hat ein klares Signal gesendet: Die Instrumente sind vorhanden. Die Erfahrungen liegen vor. Der Weg ist machbar.

„Regio.Wert“ versteht sich als Auftakt für einen gemeinsamen Prozess – hin zu einer regionalen Wertschöpfung, die Klimaschutz, Wirtschaft und Daseinsvorsorge verbindet.

👉 Die zentralen Gedanken und die Diskussion des Tages wurden in einem Graphic Recording festgehalten.

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