Schulverpflegung verursacht Kosten – für Lebensmittel, Personal, Küchen und Logistik. Gleichzeitig werden dafür jedes Jahr erhebliche öffentliche Mittel eingesetzt. Diese Ausgaben bieten ein großes Potenzial für regionale Wertschöpfung.
Wenn öffentliche Mittel gezielt regional wirken, können sie Landwirtschaft, Unternehmen und Beschäftigung stärken.
Schulverpflegung ist kein Nischenmarkt, sondern ein dauerhaft verlässlicher Absatzbereich.
Konkretes Beispiel: Allein für die Schulmensen der 21 Kommunen der Region Hannover steigt der geschätzte Bedarf an küchenfertigen Kartoffeln von rund 190 Tonnen im Jahr 2025 auf etwa 238 Tonnen bis 2027.
Diese planbare Nachfrage gibt landwirtschaftlichen Betrieben Planungssicherheit und erleichtert Investitionen in Anbau, Verarbeitung und Logistik.
Werden Lebensmittel regional beschafft und verarbeitet, profitieren davon mehrere Bereiche der Region.
Ein weiteres Beispiel ist Quark: Für die Mensen und Kantinen der 21 Kommunen der Region Hannover ermittelt der Ernährungsrat ab 2027/2028 einen Bedarf von rund 21 Tonnen pro Jahr. Da nur etwa 30 Prozent des Gesamtpreises auf den Rohwareneinsatz entfallen, liegen rund 70 Prozent des Preises in den Bereichen Verarbeitung, Logistik, Handel und weiteren Dienstleistungen. Bei einer regionalen Organisation dieser Wertschöpfung könnten entsprechend erhebliche Ausgaben in der Region verbleiben.
Auch über die regionale Wertschöpfung hinaus kann diese Investition wirken. Eine Übersichtsarbeit der Europäischen Kommission (2025) kommt zu dem Ergebnis, dass jeder investierte Euro – je nach Ausgestaltung – einen sieben- bis vierunddreißigfachen Nutzen erzielen kann.
Regionale Schulverpflegung schafft nicht nur Nachfrage, sondern auch Arbeitsplätze – von der Landwirtschaft über die Verarbeitung bis zur Logistik.
Das Problem liegt nicht am fehlenden Angebot regionaler Betriebe, sondern an den bestehenden Strukturen der Schulverpflegung.
Öffentliche Ausschreibungen begünstigen häufig überregionale Anbieter und zentralisierte Lieferstrukturen. Gleichzeitig ist die Nachfrage auf 21 eigenständige Kommunen verteilt. Für regionale Betriebe entstehen dadurch oft zu kleine und unplanbare Mengen.
Außerdem fehlen regionale Lager-, Verarbeitungs- und Logistikstrukturen, die Lebensmittel aus der Landwirtschaft für die Schulverpflegung aufbereiten und zuverlässig liefern.
Der Ernährungsrat schlägt vor, einen regionalen Verpflegungsverbund zu etablieren. Dieser wird gemeinsam von Kommunen der Region getragen und bündelt ihre Nachfrage bei der Schulverpflegung. So können die Kommunen die Versorgung gemeinsam steuern und regionale Strukturen gezielt stärken.
Regionale Lebensmittelzentren schaffen die notwendige Infrastruktur für Lagerung, Verarbeitung und Logistik. Eine digitale Dateninfrastruktur macht Herkunft, Mengen und Lieferwege nachvollziehbar und ermöglicht eine gezielte Steuerung der Versorgung.
Schulverpflegung ist nicht nur ein Kostenfaktor. Als Teil einer regionalen Struktur stärkt sie Landwirtschaft, regionale Unternehmen und Beschäftigung – und macht öffentliche Ausgaben zu einer Investition in die Region.