„Wer als Gastronom*in nur Hähnchenbrust im Großhandel kauft, ist hier falsch“, sagt ein teilnehmender Landwirt über die „Regionale Tafelrunde“. Ein Hof produziert nicht nur die besonders gefragten Teilstücke. Für Landwirt:innen geht es darum, möglichst viel ihrer Erzeugung sinnvoll zu vermarkten.
Für Gastronom:innen hingegen geht es darum, regionale Produkte verlässlich, wirtschaftlich und passend zum eigenen Küchenkonzept beziehen zu können, so Julian Berndt, Gastronom im Hotel-Restaurant Öhlers und Sprecher der Fachgruppe Gastronomie des DEHOGA Region Hannover e.V.
Genau hier setzt die „Regionale Tafelrunde“ an.
Am 28. September trafen in der Schwanenburg 20 regionale Erzeuger*innen auf Gastronom*innen und Küchenverantwortliche. Auf den Tischen: Obst und Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte, Brot und Molkereiprodukte – aber auch blaue Garnelen und Straußenfleisch. Dazu Bier, regionales Mineralwasser, Limonaden und sogar Sekt aus der Region.
Wie wichtig persönliche Begegnungen sind, betonte auch Dietmar Hagen, Geschäftsführer der Schwanenburg: Im direkten Gespräch wird sichtbar, was die Menschen hinter den Produkten anbieten – und was die Gastronomen für das eigene Küchenkonzept tatsächlich brauchen.
Ein persönliches Kennenlernen ist ein Anfang. Damit daraus verlässliche Lieferbeziehungen entstehen, müssen aber auch Logistik, Bürokratie und Vernetzung funktionieren.
Ein Fachvortrag zeigte konkrete Herausforderungen und Lösungsansätze für die regionale Logistik. Thorsten Dralle, mit RegioMotion ein Netzwerkpartner des Ernährungsrats Hannover und Region, stellte die Idee eines Digitalen Ressourcenmarktplatzes (DRM) vor. Die Plattform könnte Chancengleichheit für kleine und große Akteure bieten. Weiter würde sie künftig dazu beitragen, regionale Anbieter und Nachfrager besser zu vernetzen und Transporte abzustimmen.
Einig waren sich die Teilnehmenden: Die Tafelrunde schafft einen besonderen Raum für den direkten Austausch zwischen Erzeugung und Gastronomie – und soll fortgeführt werden.
Die Tafelrunde wurde veranstaltet vom Ernährungsrat Hannover und Region, welches vom Dezernat für Umwelt, Klima, Planung und Bauen der Region Hannover gefördert wird; sowie vom Netzwerk Ernährungsräte Niedersachsen, welches vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert wird